Liebe - [ˈliːbə] - inniges Gefühl der Zuneigung für jemanden oder etwas (de.wiktionary.org)
So oder ähnlich wird die Liebe definiert. Obwohl man die Liebe in bestimmte Sparten einteilen kann, wie beispielsweise 'Elternliebe', 'Selbstliebe', 'Freundesliebe' oder 'geschlechtliche Liebe', trifft diese Definition dennoch den wahren Kern dieses Empfindens. Die Liebe ist wohl das stärkste und intimste Gefühl, das ein Mensch geben oder empfangen kann. Zu lieben und geliebt zu werden ist erfüllend oder schmerzend, ist beruhigend oder verwirrend, ist ein Traum oder die Hölle.
Obwohl es eine bestimmte Kategorisierung der Liebe gibt, beruhen doch alle Varianten dieser auf den gleichen Prinzipien, Vorstellungen und Hoffnungen. Sie alle streben danach, dass wir am Ende mit Liebe glücklicher sind als zuvor ohne.
Die Elternliebe ist elementar. Sie entsteht bereits dann, wenn wir noch nicht geboren sind. Die Elternliebe ist essentiell für unseren weiteren Lebensweg, ist bedeutend dafür, ob und wie wir später lieben können. Da ein Kind zumeist als das Resultat aus einer "körperlichen Vereinigung" (wikipedia.de) zweier sich liebenden Menschen hervorgeht spielt schon hier die Liebe eine wichtige Rolle. Die Liebe der Eltern und Familie wird jedoch allzu oft als selbstverständlich angesehen und nicht als erstrebenswert. Allerdings ist diese Liebe wohl die einzige, die einen Menschen dazu bringt, ohne jeglichen Kompromisse einen anderen Menschen zu lieben. Ohne, dass dieser Mensch etwas besonderes getan oder gesagt hat, wird er geliebt. Dies ist die Liebe in perfekter Vollendung. Obwohl man sich auch als Kind vor seinen Eltern des Öfteren rechtfertigen muss oder sich auch für bestimmte Dinge verantworten muss, ist es nahezu unmöglich die Liebe der Eltern und Familie zu gefährden und zu verlieren.
Die Freundesliebe jedoch ist weit leichter zu verlieren, da oftmals der Fehler gemacht wird, diese zu schnell auszusprechen. Wie schnell werfen die Jugendlichen heutzutage mit dem Begriff der Liebe um sich? Wie schnell hat ein Kind ein "hdl" (=hab dich lieb) ausgesprochen oder per sms verschickt. Es ist geradezu selbstverständlich den Gruß in eine "hdl"-Nachricht zu verwandeln, sonst könnte der Empfänger ja meinen, man wäre sauer oder ähnliches. Es ist verrückt, wie leichtsinnig mit dem Liebesbegriff umgegangen wird. Und das obwohl solch ein Zuspruch zu schwerwiegenden Herzverletzungen führen kann, denn ein Mensch, den ich liebe kann mich doch bekanntlich viel mehr verletzen, als ein Mensch, den ich nicht liebe. Ein von mir ausgesprochenes "Ich liebe dich" macht mich verletzlich, denn es bedeutet, dass ich mein Herz geöffnet habe. Die Frage, die sich stellt ist, ob ich das will? Und wenn ich einsehe, dass es gefährlich werden kann, warum wird dann damit so leichtfertig umgegangen? An den Wänden der Schultoiletten steht beispielsweise überall "Ich liebe dich" oder gegebenenfalls auch "I love you" (um internationaler und cooler zu sein und um zu zeigen, dass man sich gekonnt mehrsprachig ausdrücken kann). Mir ist durchaus bewusst, dass das ganze Leben auch als ein "Streben nach Liebe" angesehen werden kann, doch warum muss man sich da so hineinsteigern? Und wie kommt es eigentlich, dass es für manche das einfachste der Welt zu sein scheint, die drei Worte "Ich liebe dich" jedem beliebigen an den Kopf zu werfen, während andere nur sehr wenigen Leuten die Ehre erweisen diese drei Worte zu hören? Doch macht es eigentlich einen Unterschied? Ändert es das Verhältnis zu meiner Freundin/meinem Freund, wenn diese Person mir noch nie ins Gesicht gesagt hat, dass sie mich liebt, bzw. lieb hat?
Ich persönlich habe bereits schlechte Erfahrungen mit Leuten gemacht, die zu mir sagten, dass sie mich lieben, allerdings noch keine mit den Leuten, die nach dem folgenden Zitat leben
What you feel only matters to you. It's what you do to the people you say love. That's what matters. That's the only thing that counts.
Der Begriff der "hohlen Worte" kommt leider nicht von ungefähr. Allzu oft sagen Menschen Dinge, die sie nicht meinen. Jeder Mensch lügt, dass sich die Balken biegen. Doch komischerweise gehen wir davon aus, dass ein "Ich liebe dich" immer der puren Wahrheit entspricht, doch das ist leider pure Utopie. Wenn allerdings Menschen durch ihre Taten zeigen, was sie für ihre Freunde empfinden, dann ist da nichts falsches dran. Bekanntlich sagen Taten mehr als 100 Worte und dem kann ich definitiv zustimmen. In perfekter Vollendung würden dann Taten, die zeigen, dass ein Mensch viel für einen anderen empfindet, dem gesprochenen "Ich liebe dich" zuvorkommen. Ein solches Zugeständnis kann allein kein Vertrauen und keine Gegenliebe auslösen. Es sind die Taten, die dieses untermauern, auf die es ankommt.
Bei der geschlechtlichen Liebe steht nicht, wie in den verschiedensten Definitionen angedeutet, der Ruf nach Sex oder die Hoffnung auf Familie im Vordergrund, sondern vielmehr auch wieder eine Glücksvariable. Der Mensch lebt zumeist nach der Maxime: Was kann ich machen, um am Ende am Glücklichsten dazustehen? Und für die meisten Menschen stellt hier die Partnerliebe die einzige Lösung dar.
Es gibt zwei Arten von Menschen. Die, die lieben und die, die sich nach der Liebe sehnen.
Laut diesem Zitat kann man die Menschen tatsächlich einteilen in "Singles" oder "Vergebene/r". Jedoch gibt es in der Frage nach dem Glück auch hier Unterschiede, da man sowohl ein "glücklicher Single", als auch ein "unglückliche/r Vergebene/r" sein kann. Die Frage ist, warum wir, auch wenn wir verletzt werden, immer wieder nach der Liebe streben? Im Endeffekt ist es wohl leider teilweise auch fehlendes Selbstvertrauen, da ein "Ich liebe dich" meist auch ein "Du bist top" impliziert und danach sehnen wir uns wohl am Meisten. Nach Bestätigung, nach Komplimenten, nach Zuversicht, nach einem zu Hause, nach Vertrauen, nach Freundschaft, nach Treue. Kurz nach der Liebe.
Dieser kurze Blog reicht nicht annähernd an das heran, was die Liebe eigentlich ist, denn dafür ist er viel zu kurz und sie viel zu komplex. Jedoch sollte ein grober Teil hiermit abgedeckt sein.
Liebe Leser, passt auf euch auf und danke für jedes Kommentar :).
Alles Liebe,
die Jen
PS: So, love, was hälst du von deinem Liebesbericht?

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