Samstag, 13. Juni 2009

Veränderung

Warum nur klingt "Ich vermisse dich" so abgedroschen? Und was kann man anderes sagen? ...

Mein Herz ist momentan aufgeteilt in zwei Lager. Auf der einen Seite bin ich recht zufrieden mit meinem Leben hier in "Good Old Germany", denn ich hab es endlich geschafft nicht nur dank meiner Familie, sondern vor allem auch dank meiner genialen Freunde mir eine richtige Homebase aufzubauen. Ich fühl mich geliebt und das ist sogar ein noch besseres Gefühl als selbst zu lieben. Ich fühl mich geschätzt und akzeptiert. Fühl mich gut. 
Doch auf der anderen Seite schwebt das liebe Amiland immer in meinem Hinterkopf herum. Wenn ich dort bin geht es mir genauso gut wie hier, nur, dass ich dort weder Schulsorgen habe noch irgendwelchen Stress und Streit miterleben muss, da man versucht, das von mir fernzuhalten, was in Deutschland definitiv nicht der Fall ist. Dort bin ich offenkundig willkommen. Offenkundig, weil man es mir so oft sagt. Ich weiß, dass ich auch in Deutschland willkommen bin, weiß, dass meine Familie glücklich ist, dass ich da bin und dass meine Freunde das Gleiche fühlen. Es jedoch auch mal zu hören tut so unbeschreiblich gut, vor allem dann, wenn man es zu einer Zeit gesagt bekommt, in der man sich selbst eigentlich für fast wertlos hält. 
In Amiland erlebe ich etwas ganz spezielles, denn dort warten Menschen auf mich, die mich wohl so kennen, wie kaum jemand anderes, denn sie kennen nicht nur mein Smiley-Face sondern auch mein Sad-Face. Und was ich nie gedacht hätte ist durch sie Wirklichkeit geworden: ich werde auch geliebt, wenn ich nicht immer den "Happy Camper" spiele, wenn ich nicht immer nur lache, wenn ich ehrlich bin zu ihnen und zu mir. Das habe ich gelernt während ich dort war und habe mich darauf eingelassen es auszuprobieren. Wenn es mir jetzt mal schlecht geht spiele ich nur noch selten etwas vor, sondern bin ehrlich zu mir selbst und zu meinen Mitmenschen. 
Meine Amiland-Menschen haben mir das beigebracht und meine deutschen Menschen unterstützen mich und zeigen mir, dass ich es genauso durchführen soll, wie ich es will. Sie zeigen mir, dass sie mich trotzdem lieben, zeigen mir, dass ich etwas wert bin. Ich bin allein deshalb nicht wertlos, weil es Menschen gibt, die mich lieben.  
Und diesen Menschen verdanke ich es der Mensch zu sein, der ich heute bin. Diesen Menschen verdanke ich es, dass ich jetzt endlich sagen kann: Ich bin etwas wert. Danke. Dafür, dass ihr mir mein Selbstvertrauen zurückgegeben habt. 

Alles Liebe, 
Jenny

Donnerstag, 11. Juni 2009

Was ich mir wünsche...

Ich wünsche mir mehr Zeit mit den Leuten, die ich liebe. Wünsche mir mehr Momente in den Armen meiner Lieben. Ich wünsche mir, allen wichtigen Leuten in meinem Leben sagen zu können, was ich für sie empfinde. Ich wünschte ich könnte so offen und ehrlich sein, doch ich schaff es nur bei so wenigen Menschen. Ich habe Angst, dass es irgendwann zu spät sein könnte und einiges für immer unausgesprochen bleiben wird. Ich habe Angst davor mein Herz zu weit zu öffnen und dann schmerzanfälliger zu sein. Ich habe Angst davor, doch ich will keine Angst mehr haben. Ich will nicht, dass sich meine Unsicherheit mir in den Weg stellt, wenn es darum geht meine Gefühle zu erläutern und deswegen wünsche ich mir die Kraft meinen Plan zu verwirklichen. Ich würde hier ja alle wichtigen Personen meines Lebens auflisten, aber die Chance, dass ich jemanden vergessen würde wäre doch zu groß. Natürlich gibt es meine Familie, meine Lieblingsmenschen und meine Freunde, und wenn man mich kennt, sollte man wissen, wen ich darunter verstehe. Doch es gibt auch Kleinigkeiten, die andere Menschen für mich tun und mir damit enorm helfen. Menschen, mit denen ich selten rede oder Zeit verbringe. An alle geht ein großes DANKE. Ich werde versuchen über meinen kleinen Schatten zu springen und euch dieses DANKE auch ins Gesicht zu sagen. Wünscht mir Glück dabei. 

Alles Liebe.
-Jenny

My hero/Mein Held

Can't you just be quiet, sit here with me and look at the stars? 
You would be a hero for me. 

Can't you just be yourself, give me a hug and tell me you care?
You would be a hero for me.

Can't you just be true to yourself, look me in the eyes and tell me you love me?
You would be my hero. 



Kannst du nicht einfach still sein, mit mir hier sitzen und gemeinsam mit mir in den Himmel schauen? 
Du wärst ein Held für mich. 

Kannst du nicht einfach du selbst sein, mich in den Arm nehmen und mir sagen, dass ich dir wichtig bin?
Du wärst ein Held für mich.

Kannst du nicht einfach ehrlich zu dir selbst sein, mir in die Augen schauen und mir sagen, dass du mich liebst?
Du wärst mein Held.

Träume

Dream as if you'll live forever. Live as if you'll die today. (James Dean)
(Träume, als würdest du ewig leben. Lebe, als würdest du heute sterben)
Klassenmotto der St.Helens Senior-Class 2009

Träume, als würdest du ewig leben. Kinder haben uns diese Fähigkeit bei Weitem voraus. Kinder träumen. Wer träumte als Kind nicht davon Feuerwehrmann, Astronaut, Primaballerina oder Tierärztin zu werden? Kinder haben Träume, weil sie die Welt nicht verstehen. Oder vielleicht auch weil sie die Welt zu gut verstehen? Träumen sie, weil sie nicht wissen, wie das Leben spielt oder genau weil sie es wissen? Wann haben wir damit aufgehört zu träumen? Nachdem uns die ersten Male gesagt wird, was wir etwas nicht schaffen können? Oder wenn wir zum ersten Mal selber bemerken, dass wir uns bestimmte Träume nicht erfüllen können? Wir, als Erwachsene, können noch viel von Kindern lernen, denn diese Fähigkeit zu träumen ist eine Fähigkeit, die uns während unserer Jugend irgendwo/irgendwann verloren geht und dennoch so enorm wichtig ist. Wer nicht träumt, hat kein Ziel und wer kein Ziel hat läuft ohne Hoffnung, Bestimmung und Antriebskraft durch die Welt. Wer nicht träumt VERträumt tatsächlich sein Leben, denn er lebt nicht richtig. 

Lebe, als ob du heute sterben würdest. Damit kommen wir zum zweiten Punkt. Lebe, als ob du heute sterben würdest. Genieße den Tag, lebe ihn und sehe jeden Tag als deinen möglicherweise letzten an. Lebe so, dass du kein Bedauern haben würdest, wenn es tatsächlich dein letzter Tag sein sollte. No regrets. Genieße die Zeit, die du hast und füll deine Tage nicht nur mit Arbeit, To-Do-Listen, Schule/Studium und Terminen, sondern auch damit Dinge zu tun und zu genießen, die dir Spaß machen. Dinge, die dich ausmachen. Füll deinen Tag auch mit Dingen, die dich zu dem Menschen machen, der du bist. Dinge, die den Tag lebenswert machen, sodass du nach jedem Tag sagen kannst, dass er es wert war gelebt zu werden. 


Klingt alles recht plausibel und einfach, doch die Verwirklichung dieser Lebensphilosophie stellt sich dann doch als durchaus schwer heraus. Doch es lohnt sich definitiv, probiert es aus. Viel Spaß dabei. 

Liebste Grüße, 
Träumerin Jenny

Montag, 8. Juni 2009

Sehnsucht und Heimweh (Draft)

Sehnsucht. Es ist das Gefühl weg zu wollen, das Gefühl weg zu müssen. Es ist das Gefühl, dass es an einem anderen Ort etwas gibt, das es hier nicht gibt, etwas außerordentliches, etwas unbeschreibliches vielleicht oder einfach ein Glücksgefühl, dass kein anderer Ort in diesem Moment verbreiten kann.

Sehnsucht. Es ist das Gefühl, einen Menschen so sehr zu lieben, dass man sich nach ihm sehnt, wenn er nicht in der Nähe ist. Ein Gefühl, dass uns überhaupt erst einmal zeigt, dass wir lieben. Wenn ich verliebt bin (und das kann auch in die Mutter oder die Freundin sein) sehne ich mich nach diesen Menschen, auch wenn ich nicht lange von ihnen getrennt bin.

Im Moment sitze ich in Frankfurt am Flughafen und warte darauf, dass mein Flugzeug nach Amerika (Zwischenlandung in Amsterdam) startet. Bereits jetzt habe ich Sehnsucht. Zum einen verbreitet sich das altbekannte Fernweh nach Amiland und den dazugehörigen Menschen, die ich recht entspannt als „Familie“ bezeichnen würde in meinem Herzen und zum anderen verspüre ich bereits jetzt die Sehnsucht nach einigen bestimmten in Deutschland lebenden Menschen. Da sich die Anzahl dieser Menschen eigentlich an einer Hand abzählen lässt, schließe ich daraus, dass es sich hier wohl um Liebe handelt.

Doch all die Sehnsucht, mit all ihren negativen Facetten hat auch einige positive. Aspekte zu verzeichnen. Denn wie bereits erwähnt: wenn ich liebe sehne ich mich. Und wenn man es sich mal recht überlegt ist Sehnsucht also nur die persönliche Bestätigung dafür zu lieben und es kann sich wahrlich nicht jeder glücklich schätzen dies zu empfinden. Auf meinem Weg nach Amerika 2007 schrieb ich ein Gedicht. Obwohl ich es nicht auswendig aufsagen kann weiß ich doch nur, worum es ging. Nämlich darum, dass ich Heimweh damals noch gar nicht so schlimm fand, vielmehr wollte ich mich bedanken, bei Familie und Freunden dafür, dass ich Heimweh haben kann. Klingt komisch, ist aber so. Die bemitleidenswertesten Menschen sind meiner Meinung nach genau die, die keinerlei Anzeichen von Heimweh verspüren. Wer will sich nicht nach seinem „zu Hause“ sehnen?