Sehnsucht. Es ist das Gefühl weg zu wollen, das Gefühl weg zu müssen. Es ist das Gefühl, dass es an einem anderen Ort etwas gibt, das es hier nicht gibt, etwas außerordentliches, etwas unbeschreibliches vielleicht oder einfach ein Glücksgefühl, dass kein anderer Ort in diesem Moment verbreiten kann.
Sehnsucht. Es ist das Gefühl, einen Menschen so sehr zu lieben, dass man sich nach ihm sehnt, wenn er nicht in der Nähe ist. Ein Gefühl, dass uns überhaupt erst einmal zeigt, dass wir lieben. Wenn ich verliebt bin (und das kann auch in die Mutter oder die Freundin sein) sehne ich mich nach diesen Menschen, auch wenn ich nicht lange von ihnen getrennt bin.
Im Moment sitze ich in Frankfurt am Flughafen und warte darauf, dass mein Flugzeug nach Amerika (Zwischenlandung in Amsterdam) startet. Bereits jetzt habe ich Sehnsucht. Zum einen verbreitet sich das altbekannte Fernweh nach Amiland und den dazugehörigen Menschen, die ich recht entspannt als „Familie“ bezeichnen würde in meinem Herzen und zum anderen verspüre ich bereits jetzt die Sehnsucht nach einigen bestimmten in Deutschland lebenden Menschen. Da sich die Anzahl dieser Menschen eigentlich an einer Hand abzählen lässt, schließe ich daraus, dass es sich hier wohl um Liebe handelt.
Doch all die Sehnsucht, mit all ihren negativen Facetten hat auch einige positive. Aspekte zu verzeichnen. Denn wie bereits erwähnt: wenn ich liebe sehne ich mich. Und wenn man es sich mal recht überlegt ist Sehnsucht also nur die persönliche Bestätigung dafür zu lieben und es kann sich wahrlich nicht jeder glücklich schätzen dies zu empfinden. Auf meinem Weg nach Amerika 2007 schrieb ich ein Gedicht. Obwohl ich es nicht auswendig aufsagen kann weiß ich doch nur, worum es ging. Nämlich darum, dass ich Heimweh damals noch gar nicht so schlimm fand, vielmehr wollte ich mich bedanken, bei Familie und Freunden dafür, dass ich Heimweh haben kann. Klingt komisch, ist aber so. Die bemitleidenswertesten Menschen sind meiner Meinung nach genau die, die keinerlei Anzeichen von Heimweh verspüren. Wer will sich nicht nach seinem „zu Hause“ sehnen?

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