Mein Herz ist momentan aufgeteilt in zwei Lager. Auf der einen Seite bin ich recht zufrieden mit meinem Leben hier in "Good Old Germany", denn ich hab es endlich geschafft nicht nur dank meiner Familie, sondern vor allem auch dank meiner genialen Freunde mir eine richtige Homebase aufzubauen. Ich fühl mich geliebt und das ist sogar ein noch besseres Gefühl als selbst zu lieben. Ich fühl mich geschätzt und akzeptiert. Fühl mich gut.
Doch auf der anderen Seite schwebt das liebe Amiland immer in meinem Hinterkopf herum. Wenn ich dort bin geht es mir genauso gut wie hier, nur, dass ich dort weder Schulsorgen habe noch irgendwelchen Stress und Streit miterleben muss, da man versucht, das von mir fernzuhalten, was in Deutschland definitiv nicht der Fall ist. Dort bin ich offenkundig willkommen. Offenkundig, weil man es mir so oft sagt. Ich weiß, dass ich auch in Deutschland willkommen bin, weiß, dass meine Familie glücklich ist, dass ich da bin und dass meine Freunde das Gleiche fühlen. Es jedoch auch mal zu hören tut so unbeschreiblich gut, vor allem dann, wenn man es zu einer Zeit gesagt bekommt, in der man sich selbst eigentlich für fast wertlos hält.
In Amiland erlebe ich etwas ganz spezielles, denn dort warten Menschen auf mich, die mich wohl so kennen, wie kaum jemand anderes, denn sie kennen nicht nur mein Smiley-Face sondern auch mein Sad-Face. Und was ich nie gedacht hätte ist durch sie Wirklichkeit geworden: ich werde auch geliebt, wenn ich nicht immer den "Happy Camper" spiele, wenn ich nicht immer nur lache, wenn ich ehrlich bin zu ihnen und zu mir. Das habe ich gelernt während ich dort war und habe mich darauf eingelassen es auszuprobieren. Wenn es mir jetzt mal schlecht geht spiele ich nur noch selten etwas vor, sondern bin ehrlich zu mir selbst und zu meinen Mitmenschen.
Meine Amiland-Menschen haben mir das beigebracht und meine deutschen Menschen unterstützen mich und zeigen mir, dass ich es genauso durchführen soll, wie ich es will. Sie zeigen mir, dass sie mich trotzdem lieben, zeigen mir, dass ich etwas wert bin. Ich bin allein deshalb nicht wertlos, weil es Menschen gibt, die mich lieben.
Und diesen Menschen verdanke ich es der Mensch zu sein, der ich heute bin. Diesen Menschen verdanke ich es, dass ich jetzt endlich sagen kann: Ich bin etwas wert. Danke. Dafür, dass ihr mir mein Selbstvertrauen zurückgegeben habt.
Alles Liebe,
Jenny

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