Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. Die größten Menschen sind jene, die anderen Hoffnung geben können.
(Jean Jaurés)
Hoffnung.
Das Wort "Hoffnung" kommt laut wikipedia aus der mittelniederdeutschen Sprache, da es vom Wort "hopen" (= "hüpfen" oder "(vor Erwartung unruhig) springen") abgeleitet wird. Des Weiteren heißt es bei wikipedia: Hoffnung ist eine zuversichtliche innerliche Ausrichtung gepaart mit einer positiven Erwartungshaltung, dass etwas Wünschenswertes in der Zukunft eintritt, ohne dass wirkliche Gewissheit darüber besteht (wikipedia.de, 08.08.09).
Die Hoffnung oder das Prinzip zu hoffen ist wahrscheinlich ungefähr so alt wie die Menschheit. Noch nicht allzu lange her (im Vergleich zur Steinzeit, dem Mittelalter, etc.) ist die Zeit, in der ein gewisser Immanuel Kant gelebt hat und in seiner Religionsphilosophie die Frage "Was darf ich hoffen?" näher begutachtet hat. Gibt es also regeln, was ich hoffen darf und was nicht? Darf ich beispielsweise hoffen, dass das Wetter morgen gut wird? Oder darf ich nur hoffen, dass es irgendwann keinen Hunger mehr auf der Welt gibt? Oder ist dieses Frage sogar insofern beschränkt, als dass ich nur auf Dinge hoffen darf, die etwas mit Gott zu tun haben? Gibt es primär und sekundär wichtiges Hoffen? Wenn ja, wer entscheidet das? Einfach die subjektive Darstellung, bzw. mein eigenes subjektives Empfinden, meine subjektive Wahrnehmung? Und was ist mit dem Phänomen, dass Menschen oder Geschichten Hoffnung schenken?
Für mich persönlich ist das Prinzip Hoffnung das wohl überlebensnotwendigste Prinzip, das die Menschen in ihrem Kopf vereinen. Ohne Hoffnung lohnt es sich nicht zu leben. Wenn ich nicht die Hoffnung habe, dass ein erfolgreiches, glückliches Leben genauso bleibt, wie es ist, oder die Hoffnung, dass ein glückloses, trauriges Leben einmal besser wird, warum sich dann noch länger damit rumschlagen? Ohne Hoffnung ist der Mensch verloren. Hoffnung nicht nur in die Dinge, die er bekommen oder behalten will, sondern auch Hoffnung in sich selbst ist die Grundsubstanz eines Lebens. Wie in dem Zitat von Jaurés bereits angesprochen geht es im Leben darum "das Hoffen zu lernen". Selbst in den Momenten, die anstatt mit Hoffnung gefüllt mit Verzweiflung sind, ist es wichtig etwas zu haben, für das es sich zu leben lohnt. Etwas, dass den Menschen Hoffnung schenkt. Kein Wunder boomen Reality-Verkupplungs-Shows, denn der selbstprojizierende Mensch denkt sich sofort "Hey, wenn sogar der Bauer da eine Frau findet, dann find ich bestimmt auch bald eine". Noch hoffnungsgebender sind jedoch solche Geschichten, die unser Herz wirklich berühren. Ein krankes Kind beispielsweise, dass ums Überleben kämpft und es am Ende dann schafft zu überleben. Da denkt der Mensch "Wenn dieses Kind so sehr darum kämpft auf dieser Welt zu sein, dann muss es hier ja was tolles geben", er versucht nun also etwas zu finden, dass ihn wieder erkennen lässt, warum es sich lohnt, auf dieser Welt zu leben. Er sucht die Hoffnung.
Wenn es nun also auch Menschen gibt, die dieses lebenswichtige Gefühl der Hoffnung verbreiten, dann muss man diese einfach hervorheben. Anstatt neidisch auf etwas, bzw. auf jemanden, zu sein ist es empfehlenswerter sich selbst zu sagen "Was der/die kann, kann ich schon lange", sich also selbst Hoffnung zu geben auch etwas erreichen zu können. Viel zu oft werden wir im Alltagstrott gefangen und vergessen, warum wir die Dinge, die wir den ganzen Tag machen, überhaupt machen. Es lohnt sich innezuhalten, sich über seine Hintergründe, Ziele und Träume bewusst zu werden und dann die Hoffnung zu entwickeln oder zu stärken, dass eben diese Träume und Wünsche einmal in Erfüllung kommen werden. Man muss manchmal einfach nur daran glauben.
Dadurch, dass man selbst hofft und aus den kleinsten Kleinigkeiten Hoffnung schöpft, verleitet dann wiederum andere Menschen dazu selbst wieder zu hoffen. Man wird also zu einem hoffnungsgebenden Menschen und solche Menschen braucht man mehr als genug, vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie im Moment.
Beginnt zu hoffen, es lohnt sich. Zumindest hoff ich das ;).
-Jen

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